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Anna Artaker

LES ARCHIVES DES BARBARES

2003

Künstlerbuch, Installation und Ausstellung (mit Meike S. Gleim)

Die Ausstellung DID YOU EVER DREAM OF BECOMING BARBARIAN? 2003 in Paris war Teil des größer angelegten Projekts Les Archives des Barbares ist, das sich mit der Figur des Barbaren beschäftigte. Untersucht wurde die Rolle der "Barbaren" bei der Bildung der kulturellen Identität einer politischen Einheit, für die sie immer das Außerhalb bilden. Es sind nie die Barbaren selbst, die ihre eigene Geschichte schreiben, sondern stets die anderen, diejenigen, für die der Barbar der bedrohliche Andere ist. Mit der Gründung des Archivs der Barbaren wird die Rolle des Subjekts der Geschichtsschreibung besetzt. Vom Standpunkt des Barbaren aus wird die Polemik gegen ihn umgekehrt. Der Barbar erscheint nicht länger im Zusammenhang mit der Bedrohung der Zivilisation durch rohe und unzivilisierte Gewalt, sondern birgt im Gegenteil das Versprechen von Freiheit und Abenteuer.

Hauptstück der Ausstellung war ein Künstlerbuch, das in Bibliotheken verfügbare Publikationen, die den Begriff „Barbar“, „Barbarei“ etc. im Titel haben, als Fotos versammelt. Die Fotos der Buchcover und -titel sind so angeordnet, dass sich eine Narration rund um die Figur des Barbaren ergibt. Diese Narration funktioniert teilweise buchstäblich, indem die Buchtitel durch Worte zu Sätzen zusammengefügt werden, zum Teil ergibt sich der Erzählstrang auch durch die Abbildungen auf dem Buchcover oder andere Versatzstücke. Im Lauf der Erzählung, die uns durch die verschiedenen Kontexte führt, in denen der Begriff auftaucht, verschwimmt die Figur allerdings und es wird zunehmend unklar, wer oder was die „Barbaren” eigentlich sind.