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Anna Artaker

TURKISH JOKES

2009

doppelseitiger Offsetdruck auf Bilddruckpapier, Format A1, endlos viele Kopien

Der Titel TURKISH JOKES verweist auf Jens Haanings gleichnamige Arbeit im öffentlichen Raum (1994), die hier zugleich interpretiert und für den Ausstellungsraum adaptiert wird. Meine Arbeit mit demselben Titel entstand im Rahmen einer Ausstellung zur Kunst im öffentlichen Raum, die allerdings nicht ebendort sondern im Kunstraum Niederoesterreich stattfand, also in einem klassischen Kunstraum.

Die Qualität von Haanings Turkish Jokes liegt für mich darin, dass sie einfach und effektiv die Sprachbarrieren aufzeigt, die den „öffentlichen“ Raum durchziehen und die meist auch soziale und kulturelle Grenzen markieren. Das führt mich zur Behauptung, dass der öffentliche Raum nicht identisch ist mit dem architektonischen Raum der Stadt, sondern als sprachlich definierter Raum gedacht werden muss.

Diese Lesart von Haanings Turkish Jokes findet sich in meiner eigenen Arbeit repräsentiert: Indem ich Haanings Arbeit nacherzähle übertrage ich sie vom urbanen Raum, wo sie stattgefunden hat, in einen Sprachraum – konkret denjenigen des gedruckten Wortes – und vom öffentlichen zurück in den Ausstellungsraum. Gleichzeitig wird durch die an Felix Gonzalez Torres’ stacks angelehnte Form von skulpturalen Papierstapeln versucht, eine Öffentlichkeit herzustellen, die über diejenige des Kunstraums hinausreicht: wie bei Gonzalez Torres können Ausstellungsbesucher nach Belieben Plakate mitnehmen.